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Wohnhaus Kesseler

Das Ärztehaus in der Schillstraße in Wesel erschien uns in einer Zeit lieblos gestalteter Bauten, mit seiner schlichten, zeitlosen Fassade als etwas Besonderes. Der etwas zurückliegende Hauptkörper mit seinem kubisch vorgelagerten 1-geschossigen Eingangsbereich aus schwarzem Klinker war für uns auf den ersten Blick eine Bereicherung für den Straßenraum. Mit ihrer Lage und Anordnung erinnert die Anlage ein wenig an die „Weiße Moderne“ wie Z.B. die Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Aufgabe war es die Stadtvilla mit Arztpraxis zu einem 5-Familienhaus umzubauen. Die Bauherren wünschten sich unterschiedlich große Wohnungen von 40,00 – 150,00 Quadratmeter Größe. Weiterhin sollten Flächen für Konferenz- und Besprechungsräumen angedacht werden, d.h. von der privaten Nutzung eine Fläche öffentlich zugänglich machen. Der zweite Bauabschnitt sieht den Neubau einer Zahnarztpraxis vor, der sich in seiner Bebauungsstruktur an den Neubauteil des Wohnungskomplexes anlehnt und somit den Straßenraum der Louisenstraße ordnet. Folgendes Konzept wurde entwickelt: Unter Beibehaltung der tragenden Wände wurde der Hauptbau neu organisiert, die Treppe entfernt und ein neues Treppenhaus mit dem Haupteingang zur Schillstraße angelegt. Die einzelnen Wohnungen verteilen sich über drei bzw. vier Ebenen. Im Untergeschoss befinden sich die Kellerräume der einzelnen Wohnungen, der Hausanschlussraum und die Konferenz- und Besprechungsräume. Erd- und Obergeschoss sind mit jeweils zwei Wohnungen belegt. Das Dachgeschoss hat eine Wohnung mit offenem Grundriss und zusätzlich eine vorgelagerte Dachterrasse erhalten. Der Dachraum wurde offen belassen. Architektur, Form und Detail Beide Dächer wurden zugunsten einer großen Wohnfläche um 1,00 Meter angehoben. In der Außenfassade wurde dieses Anheben mit horizontal gegliederten Lamellen sichtbar gemacht. Es wurde Wert darauf gelegt, dass das Haus die klare Kubatur seines Vorgängers übernimmt. Proportion, Dachform und Materialie orientieren sich an die traditionelle Bauart der 30er- Jahre, wobei das Wechselspiel von offenen und geschlossenen Flächen im Baukörper die Erscheinung bestimmt.