No images found.
No images found.

Sanierung der Dorfschmiede Peters

Das Grundstück liegt am Nord-östlichen Ortsrand von Menzelen-Ost, direkt an der Ausfahrtsstraße Richtung Xanten - Birten. Innerhalb der kleinteiligen Dorfstruktur im Umfeld der Schmiede waren für uns die Giebelständigkeit des Altbestandes und die weiterführende Leitwand entwurfsprägend. Die Räume orientieren sich an dieser Wand (man wird geleitet). Beim betreten des Grundstückes staffelt sich die Struktur des Gebäudes mit dem Außenbereich in verschiedenen Zonen. Der Eingangsbereich wird durch die Neukonstruktion des Windfanges klar definiert und ist unmissverständlich als Eingang zu erkennen. Die vorgelagerten Parkplätze trennen die Straße zum eigentlichen Schmiedegebäude; es wird ein Abstand hergestellt, der Ruhe und Privatsphäre schafft. Die bestehende Grundrissstruktur ist vorgegeben, wird vom Besucher in seinem gesamten Volumen erfasst und bleibt unverändert. Durch das Öffnen des Hofbereiches zu den Privatflächen der Hauseigentümer entsteht ein Hof und Freibereiche mit unterschiedlichem Charakter. In Verlängerung der Leitwand erschließen sich die Flächen zum Sitzen und Verweilen, die von Hecken begrenzt und zu Räumen gefasst werden. Nach einer langen Bearbeitungszeit durch den Verein für Geschichte und Brauchtum, hat die Dorfschmiede Menzelen – Ost, Ende des letzten Jahres durch den LVR – Amt für Denkmalpflege in Rheinland die Bestätigung des Denkmalwertes erhalten. Der Rat der Gemeinde Alpen hat der Eintragung in der Denkmalliste des Landes NRW zugestimmt.

Das Objekt ist bedeutend für:
-die Dokumentation der Arbeits- und Produktionsverhälnisse für Handwerksbetriebe im ländlichen Raum
-die Orts- und Siedlungsgeschichte, ganz besonders im Hinblick auf Original erhaltene Architektur
und
die Geschichte der Menschen in Menzelen, nicht nur für die Geschichte der „Älteren“, die mit dem Gebäude alte Erinnerungen verbinden, sondern auch für deren Kinder, die mit einem in unseren Bereichen selten gut erhaltenem Denkmal aufwachsen können.

Unser Ansatz zur Neukonstruktion des Windfanges ist es, verschiedene Zeitzustände, insbesondere Neues zu Bestehendem, durch Gegenüberstellung voneinander zu trennen und gleichzeitig auch in Bezug zu setzen. Die Fähigkeit, Neues in Form, Material und Struktur eigenständig und doch den Dialog mit dem Bestehenden suchend zu gestalten, hat für die Denkmalpflege, für den Umgang mit bestehender Substanz, einen großen Gewinn:
Altes bleibt alt, Neues ist neu, aber beide haben miteinander zu tun.