Pfarrkirche St. Nicolai

Nach Vorlage des gesamten Schadenbildes und nach Ermittlung der Kosten wurde der Zeitplan aufgestellt. In diesem Zusammenhang wurden Stimmen laut, die auch eine gewisse Neuordnung in der Kirche wünschten – Stellung der Altäre, Hauptaltarinsel, Neuaufstellung des übrigen Kunstgutes, Neuanstrich. Die Unterbauten (Stipetes) der Altäre – Georgs- und Marienaltar, Johannes- und Dreifaltigkeitsaltar, Annen- und Jakobusaltar, Crispinus/Crispinianusaltar und letztlich der Siebenschmerzenaltar wurden neu gestaltet und aus Bamberger Sandstein gefertigt. Der Hauptaltar (Zelebrationsaltar) ist nach einem Entwurf von Prof. Heerich ausgeführt worden. Mit der Neuordnung verbunden war eine Änderung der Heizungsanlage. Die bisherige Warmluftheizung hatte nur drei Luftaustrittsroste. Hierdurch war, um den großen Kirchenraum zu erwärmen, eine sehr hohe Luftgeschwindigkeit gegeben. Dies war für das vorhandene Kunstgut sehr schädlich. Es wurde in Abstimmung mit der Denkmalpflege ein Heizsystem mit 13 Boden-Wärmestationen (Mahrcalor-System) gewählt. Dadurch wurde eine gute, gleichmäßig verteilte Wärme mit einer minimalen Luftgeschwindigkeit erreicht. Die Lage der Wärmestationen wurde in Hinblick auf das Kunstgut und den neuen Altarstandorten mit der Denkmalpflege abgestimmt. Da, durch den Einbau der Wärmestationen der Eingriff in den Boden unumgänglich war, wurde die Bodendenkmalpflege hinzugezogen und sämtliche Arbeiten durch einen Archäologen überwacht. Diese im Februar und März 1999 durchgeführten Grabungsarbeiten erbrachten neue baugeschichtliche und archäologische Befunde. Im Zuge dieser Arbeiten entfiel der Holzboden unterhalb der Kirchenbänke und der bestehende Natursteinboden wurde im gleichen Verlege - Muster mit neuen Platten ergänzt. Durch die Neuordnung des Kirchenraums wurde auch der Wunsch nach einem neuen Beleuchtungskonzept wieder laut, ein Wunsch der schon immer in der Gemeinde war. Die Beleuchtung besteht aus einfachen kaum auffallenden Pendelleuchten – Fassung mit Leuchtmittel – im Hauptschiff zwei Lampenreihen und in den Seitenschiffen je eine Lampenreihe. Die neu aufgestellten Altäre erhalten, jeweils von der gegenüberliegenden Säule aus, eine zusätzliche Anstrahlung. Der gesamte durch Versalzungen (Feuchtigkeit) geschädigte Innenputz der Außenwände wurde bis zu einer Höhe von ca. 3,50 m (Gesimskante Fenster) abgeschlagen und nach fast einem Jahr Austrocknungszeit mit einem geeignetem „Sanierputz“ in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen, um so die durch aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk sich bildende Versalzungen aufnehmen und ein Ausblühen verhindern zu können. Im Zusammenhang mit der Sanierung bzw. Austausch der Fenstergewände wurde über eine Neuverglasung nachgedacht. Der durchgeführte Künstlerwettbewerb unter drei Künstlern hatte als Sieger Karl Martin Hartmann/Frankfurt. Um die künstlerischen Fenster zu schützen wurden die Fenster nach Außen hin mit „Goethe-Glas“ in Abstimmung mit der Denkmalpflege verglast. Anschließend wurde der gesamte Innenraum farblich neu gefasst, die Gewölbemalereien ergänzt bzw. restauriert und Kapitelle, Dienste und Säulenbasen farblich aufeinander abgestimmt.