Grafschafter Schloss Moers

Eine Herausforderung in der Planung bestand darin, dass die historisch gewachsene Anlage eine sehr verschachtelte Anordnung in den Geschoßebenen aufweist, die untereinander nicht durchgängig über Treppen zu erreichen sind.

Vom zweiten Untergeschoss mit dem Theaterfoyer bis in das Dachgeschoß des Grafschafter Museums sind nahezu 14,00m Höhendifferenz zu überwinden, die durch den Anbau so weit wie möglich zugänglich gemacht werden sollten.

Mehrere Planungsschritte (Entwürfe) führten schließlich zum Ziel. Bereits in den ersten Skizzen zeichnete sich ab, die Erweiterung an den südlichen Bereich der baulichen Anlage oberhalb des ehemaligen „Jugendstilraumes“ und des Turmstumpfes anschließen zu lassen. Unser Bestreben war es, die Form des Rundlings aufzunehmen und fortzuführen. Die prägende Silhouette der Außenfassade sollte den Hof umschließend fortgesetzt, die Form des massiven Südgiebels für den Gebäudeabschluss wieder aufgegriffen werden. Wichtigstes Element in der Erweiterung war für uns der aus der hochmittelalterlichen Bauphase stammende Turmstumpf. Der Turm sollte in neuer Form auf altem Fundament wieder entstehen, sichtbar gemacht werden. Die ergänzte Außenfassade auf dem Mauerwerksrelikt der spätmittelalterlichen Bauphase sollte den Turm – wie ursprünglich – umfassen und in die Baumasse einbinden.
Die Farbigkeit der Außenhaut wurde aus dem Bestand übernommen. Die Süd- und Westfassade Richtung Park und Parkcafe oberhalb der Untergeschosse und die Ostfassade des Aufzugturmes wurden in rot-braunem Ziegel ausgeführt. Die Durchfensterung der Westfassade wird fortgesetzt, der Tageslichteinfall für die Ausstellungsräume somit gering gehalten. Die im Innenhof sichtbaren Neubauteile erhielten eine Natursteinfassade aus Ruhrsandstein. Der farbige Kontrast bleibt zurückhaltend, ist jedoch deutlich genug.